Cloudflare Zaraz einrichten: Schritt für Schritt mit Google Analytics und Cookie-Banner

Zaraz in acht Schritten: Google Analytics 4 anlegen, Cookie-Banner einschalten, Consent Mode v2 setzen und im Debugger prüfen, ob vor dem Ja wirklich nichts lädt.

Cloudflare Zaraz einrichten: Schritt für Schritt mit Google Analytics und Cookie-Banner
Geschrieben von
Christian Schmitt
Veröffentlicht
Oct 18, 2026

Zusammenfassung

Cloudflare Zaraz richtest du im Cloudflare-Dashboard unter Tag Management ein, ohne Code auf deiner Website. Du legst Google Analytics 4 als Tool an, schaltest das eingebaute Cookie-Banner ein und gibst jedem Tool einen Zweck, sonst startet es ohne Einwilligung. Danach setzt du Consent Mode v2, kürzt IP-Adressen, verlegst Zaraz auf einen eigenen Pfad und prüfst im Debugger drei Zustände: vor dem Ja, nach dem Ja und nach dem Widerruf.

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Key Take-Aways

  • Zaraz richtest du im Cloudflare-Dashboard unter Tag Management ein, ohne Code, solange deine Domain über den Cloudflare-Proxy läuft.
  • Jedes Tool braucht einen Zweck im Cookie-Banner. Ohne Zweck startet es vor der Einwilligung.
  • Consent Mode v2 schaltest du für Google Analytics 4 und Google Ads mit einem Haken in den Einstellungen ein.
  • Eigene Pfade statt /cdn-cgi/zaraz/ halten Werbeblocker fern, manuelle Loader müssen mit umziehen.
  • Vor dem Veröffentlichen prüfst du im Debugger drei Zustände: vor dem Ja, nach dem Ja, nach dem Widerruf.

Cloudflare Zaraz richtest du komplett im Cloudflare-Dashboard ein. Läuft deine Domain über den Proxy von Cloudflare, fügt Zaraz sein Skript selbst in jede Seite ein, und du musst am Quelltext nichts ändern. In dieser Anleitung legst du Google Analytics 4 an, schaltest das Cookie-Banner ein und prüfst, dass vor dem Ja kein Tool startet.

Was du vorher brauchst

  • Ein Cloudflare-Konto, in dem deine Domain liegt. Zaraz ist in jedem Tarif enthalten, auch im kostenlosen.
  • Den Proxy für deine Domain (die orange Wolke in den DNS-Einträgen). Ohne Proxy geht Zaraz nur über eine eigene Subdomain, die über Cloudflare läuft.
  • Die Mess-ID deiner Google-Analytics-4-Property. Sie beginnt mit „G-“ und steht in Google Analytics unter Verwaltung, Datenstreams.
  • Eine Liste aller Tracking-Skripte, die heute direkt im Quelltext oder im Google Tag Manager stehen. Die nimmst du später heraus, sonst misst du doppelt.

Schritt 1: Zaraz für deine Domain öffnen

Im Cloudflare-Dashboard findest du Zaraz unter Tag Management, Tag Setup. Seit Februar 2025 liegt Zaraz dort auf Kontoebene. Hast du mehrere Domains im Konto, wählst du oben die Domain aus, die du einrichten willst.

Schritt 2: Erst testen, dann veröffentlichen

Ab Werk übernimmt Zaraz jede Änderung sofort für alle Besucher. Schalt deshalb vor dem ersten Tool unter Tag Management, History die Option „Preview & Publish Workflow“ ein. Dann landen deine Änderungen erst in einer Vorschau, die nur du siehst, und gehen mit „Publish“ live. Als Nebeneffekt bekommst du einen Versionsverlauf, aus dem du ältere Fassungen wiederherstellst.

Schritt 3: Google Analytics 4 als Tool anlegen

Unter Third-party tools wählst du „Add new tool“, dann Google Analytics 4 aus dem Katalog. Trag deine Mess-ID ein und lass die Aktion für Seitenaufrufe aktiv. Sie hängt am Auslöser „Pageview“, den Zaraz schon mitbringt. Speichern, fertig.

Eine Einschränkung kennst du vorher besser: Die erweiterte Messung von Google Analytics, also Scrollen, Downloads und ausgehende Links, läuft über Zaraz nicht automatisch. Zaraz meldet von sich aus nur Seitenaufruf, Sitzungsstart und ersten Besuch. Alles Weitere legst du als eigenes Ereignis mit einem Auslöser in Zaraz an.

Schritt 4: Cookie-Banner einschalten und jedem Tool einen Zweck geben

Das ist der Schritt, an dem die meisten Setups scheitern. Unter Tag Management, Consent schaltest du „Enable Consent Management“ ein und trägst den Text für dein Banner ein. Dann legst du unter Purposes die Zwecke an, zum Beispiel „Statistik“ und „Marketing“, mit je einem Satz Beschreibung.

Unter „Assign purpose to tools“ bekommt jetzt jedes Tool genau einen Zweck. Ein Tool ohne Zweck startet bei Zaraz ohne Einwilligung, das Banner hat darauf keinen Einfluss. Cloudflare schreibt das selbst in die Doku. Kontrollier die Liste deshalb jedes Mal, wenn du ein Tool ergänzt, auch bei Hilfsskripten im Custom HTML.

Das Banner spricht mehrere Sprachen und richtet sich nach der Sprache des Browsers. Aussehen passt du über eigenes CSS an. Die Selektoren dafür dokumentiert Cloudflare nicht, deshalb habe ich den Zaraz Consent Banner Designer gebaut. Damit stellst du Farben, Schriften und Position ein und kopierst das fertige CSS in Zaraz.

Schritt 5: Google Consent Mode v2 setzen

Für Google Analytics 4 und Google Ads unterstützt Zaraz Consent Mode v2 von sich aus. Unter Tag Management, Settings setzt du den Haken bei „Set Google Consent Mode v2 state“. Damit startet jeder Besuch mit „abgelehnt“ für alle Kategorien. Nach dem Klick im Banner gibst du Google den neuen Stand weiter. Ob das ankommt, siehst du in Schritt 8.

Schritt 6: Weniger Daten an Google weitergeben

Auf derselben Seite findest du unter Privacy vier Schalter. Die zwei wichtigsten: „Trim IP addresses“ kürzt die IP-Adresse, bevor Zaraz sie an ein Tool weitergibt. „Remove URL query parameters“ entfernt Parameter wie Suchbegriffe oder E-Mail-Adressen aus der URL. Beides kostet etwas Genauigkeit bei Standort und Kampagnen. Entscheide das mit deinem Datenschutzbeauftragten.

Schritt 7: Eigene Pfade gegen Werbeblocker

Zaraz lädt ab Werk über Pfade unter /cdn-cgi/zaraz/. Viele Werbeblocker kennen diese Pfade und sperren sie, dann kommen auch von Besuchern, die zugestimmt haben, keine Daten an. Unter Settings, Endpoints gibst du Zaraz deshalb eigene Pfade auf deiner Domain.

Steht irgendwo auf deiner Website ein von Hand eingebauter Zaraz-Loader, ziehst du ihn im selben Schritt auf den neuen Pfad um. Sonst läuft er ins Leere, und Banner und Tracking fehlen, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint. Ein Sonderfall sind Websites auf Cloudflare Workers mit statischen Dateien: Dort fügt Cloudflare das Skript nicht automatisch ein. Du schaltest „Auto-inject script“ aus und setzt den Loader selbst in den Kopf der Seite.

Schritt 8: In drei Zuständen testen und veröffentlichen

Kopier unter Settings deinen Debug Key. Öffne deine Website in einem privaten Fenster, dann die Entwicklertools und dort die Konsole. Mit dem Befehl zaraz.preview und deinem Key in Klammern lädt die Seite mit deiner Vorschau und dem Debugger von Zaraz. Prüf drei Zustände:

  1. Vor dem Ja: Im Netzwerk-Tab lädt nur das Zaraz-Skript von deiner Domain. Keine Anfrage an Google, Meta oder andere Anbieter.
  2. Nach dem Ja: Der Debugger zeigt die Anfragen an Google Analytics. Sie laufen über Cloudflare, nicht aus dem Browser. Mit Consent Mode v2 tragen sie den Parameter „gcd“.
  3. Nach dem Widerruf: Öffne das Banner erneut, nimm die Zustimmung zurück und lad die Seite neu. Es darf wieder nichts an Google gehen.

Erst wenn alle drei stimmen, wählst du im Dashboard „Publish“. Danach nimmst du die alten Skripte aus dem Quelltext oder dem Tag Manager. Browser-Erweiterungen wie der Meta Pixel Helper sehen Tools, die Zaraz bei Cloudflare ausführt, übrigens nicht. Verlass dich auf den Debugger.

Fünf Fehler, die ich in fertigen Zaraz-Setups finde

  1. Ein Tool hat keinen Zweck und startet vor dem Ja. Oft betroffen: HubSpot, eingebettete Formulare, Custom HTML.
  2. Zaraz lädt über /cdn-cgi/zaraz/ und verliert jeden Besucher mit Werbeblocker.
  3. Der Pfad wurde umbenannt, ein Loader im Quelltext nicht.
  4. Klick-Auslöser melden sich nach der Zustimmung ein zweites Mal an, jeder Klick zählt dann doppelt in Google Analytics.
  5. Im Banner steht „ohne Cookies“, aber inzwischen läuft ein Tool, das Cookies setzt.

Willst du das nicht selbst prüfen, richte ich Zaraz für dich ein oder prüfe dein bestehendes Setup.

Zaraz oder Google Tag Manager?

Für eine Website mit Google Analytics, Google Ads, dem Meta-Pixel und LinkedIn reicht Zaraz, und das Cookie-Banner ist schon dabei. Baut dein Team täglich eigene Tags oder nutzt Tools, für die Zaraz keine Integration hat, bleibt der Google Tag Manager die bessere Wahl. Den ausführlichen Vergleich mit Ladezeiten und Kosten findest du unter Zaraz vs. Google Tag Manager.

Christian Schmitt
Webentwickler für KI-Sichtbarkeit und Server-Side Tracking

Ich mache B2B-Websites für ChatGPT und Google AI Overviews lesbar und leite das Tracking über Cloudflare. Außerdem erstelle ich Marktanalysen mit Dashboard und programmiere Web-Apps.

FAQs

Ist Cloudflare Zaraz kostenlos?

Zaraz ist in jedem Cloudflare-Tarif enthalten, auch im kostenlosen. Ein Kontingent an Ereignissen pro Monat ist frei, ein Ereignis ist zum Beispiel ein Seitenaufruf. Wer mehr braucht, schaltet Zaraz Paid frei. Ohne Zaraz Paid stoppt Cloudflare Zaraz bis zum nächsten Abrechnungszeitraum, sobald das Kontingent aufgebraucht ist.

Brauche ich mit Zaraz noch ein Cookie-Banner-Tool?

Für die Tools in Zaraz nicht. Zaraz bringt ein eigenes Banner mit Zwecken und mehreren Sprachen mit. Ein zweites Tool wie Cookiebot oder Usercentrics brauchst du nur noch für Skripte, die außerhalb von Zaraz laufen.

Muss ich Code auf meiner Website ändern?

Nein, wenn deine Domain über den Cloudflare-Proxy läuft. Zaraz fügt sein Skript dann selbst ein. Code brauchst du nur für eigene Ereignisse wie einen Klick auf den Kontakt-Button und auf Websites, bei denen Cloudflare das Skript nicht einfügt, etwa auf Cloudflare Workers.

Funktioniert Zaraz mit Webflow?

Ja. Webflow-Websites laufen über Cloudflare, wenn du deine Domain in ein eigenes Cloudflare-Konto legst und den Proxy einschaltest. Das geht mit jedem Cloudflare-Tarif. Danach richtest du Zaraz für diese Domain ein wie in der Anleitung.

Warum sehe ich in Google Analytics weniger Ereignisse als vorher?

Weil die erweiterte Messung von Google Analytics über Zaraz nicht automatisch läuft. Zaraz meldet nur Seitenaufruf, Sitzungsstart und ersten Besuch. Scrollen, Downloads und ausgehende Links legst du als eigene Ereignisse in Zaraz an. Dazu kommt: Wer im Banner ablehnt, wird nicht gezählt.

Ist Tracking mit Zaraz DSGVO-konform?

Zaraz allein macht nichts rechtssicher, es kommt auf die Einrichtung an. Dass jedes Tool einen Zweck hat und vor dem Ja nichts startet, prüfst du im Debugger. Ob dein Setup rechtlich trägt, klärst du mit deinem Datenschutzbeauftragten oder einer Kanzlei.